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CH – Raga CDs des Monats (08/2016): Dr. Gangubai Hangal – Voice of Tradition (Biographie)

Posted by ElJay Arem (IMC OnAir) on August 8, 2016

“Voice of Tradition (Die Stimme der Tradition) – Dr. Gangubai Hangal” (eine biographische Sendung)

Dr. Gangubai Gangubai (5. März 1913 – 21. Juli 2009) ist eine Vertreterin der nordindischen Klassik. Diese Ausnahmesängerin kam uns in der Sendung “Frauen in der indischen Klassik” (Teil1) schon einmal zu Gehör, neben bedeutenden Vertreterinnen Nord- und Südindiens.

Die heutige Sendung nimmt den 103. Geburtstag (05/03/2013) von dem “Vater des Khayals“, wie man Gangubai Hangal auch nannte, zum Anlass, um dieser herausragenden Künstlerpersönlichkeit einen Abend zu widmen, auf Radio RaSA (und weltweit als Webradio).

S e n d e t e r m i n e…

8. August 2016 – 22:00 Uhr CET (04:00 pm EST) @ Radio RASA (CH)
(Premiere: 17. August 2010 – 21:00 Uhr CET @ TIDE Radio)
Sendeterminestreaming (Internet Radio & Mobile Radio) | podCast

In der geschichtlichen Bedeutung wir Gangubai als die einflussreichste Künstlerin gesehen, die Frauen zur Emanzipation im indischen Gesang verholfen hat. Neben vier Ehrendoktorwürden erhielt Gangubai 1971 – im Alter von 58 Jahren – den Padma Bhushan, und erst 2002 den Padma Vibhushan, der zweithöchste zivile Orden Indiens. 2002 war auch das Jahr, in dem bei Gangubai Knochenkrebs diagnostiziert wurde, den sie nach drei Jahren Behandlung erfolgreich überwinden konnte.

Gangubai wurde 1913 im südindischen Bundesstaat, in Karnataka, geboren. Gangubai stammt aus einer einfachen Familie, deren frühere Generationen den Gangamats angehörten, der Kaste einfacher Bootsleute, die auch Ackerbau betreiben. Ihre Herkunft aus diesem sozial-einfachen Millieu brachte Gangubai in ihrer frühen Karriere die Ablehnung der orthodoxen Brahmanen ein. Es schickte sich nicht für Frauen, sich mit Künsten den Lebensunterhalt zu verdienen. Obgleich ihr Vater, Shri Nadgir und ihr Ehemann, Shri Gururao Kaulgi ebenfalls der Kaste der Brahmanen angehörten, herrschte in ihrer Familie das Standesbewusstsein vor, dass Frauen eine Zierde eines Mannes seien: Angavashtra. In der Wortbedeutung heisst dies in etwa: ein zusätzliches Kleidungsstück, das feingeistigen Männern als Statussymbol schmückt.

Die Familie von Gangubai zog 1928 von Dharwad, ihrem Geburtsort zu dem 20 Kilometer süd-östlich gelegenen Hubli, damals wie heute ein kommerzielles Zentrum mit ca. 1.5 Millionen Einwohnern. Hubli blieb für Gangubai ihre Wahlheimat bis zu Ihrem Ableben am 21. Juli 2009.

Bildquelle: v.l.n.r.: with courtesy to indiasummary.com, Eric Parker (Flickr), Hinduonnet.com (1. Reihe);
Vikas Zutshi (Blogspot), Wikipedia.org , cbc.ca/daylife.com/Guardian.co.uk (2te Reihe)

Den künstlerischen Durchbruch erlangte Gangubai im Alter von 20 Jahren, mit einem Konzert im damaligen Bombay, 1933. Maßgeblichen Einfluss auf die gesanglichen Qualitäten von Gangubai waren neben ihrem musikalischen Talent die strenge Ausbildung, die sie 15 Jahre lang von Pandit Rambhau Kundgolkar erhielt, in Indien eher bekannt als Sawai Gandharv.

Sawai Gandharv, so Gangubai selbst, lehrte sie nicht mehr als vier Ragas. In ihrer strengen Ausbildung, die oft stundenlanges, monotones Üben einzelner Phrasierungen bedeutete, folgte ihre Lehrer dem Prinzip, wie man mit Geld umgehen sollte. Jede Note sollte so sparsam wie möglich eingesetzt werden. Dieser Regel blieb Gangubai in ihrer 80-jährigen Musikerkarriere stets treu. Während sie noch zu Beginn Lieder der leichten indischen Klassik, Bhajans und Thumris präsentierte, verschrieb sie sich später ganz dem Khayal, dem modernen Gesangsstil der nordindischen Klassik. Khyal, das bedeutet “Imagination”. Dieser Gesangsstil hat sich aus dem Qawwali, aus der Sufi-Musik mit muslimischer Prägung entwickelt, im 17ten Jahrundert am Hofe von Mohammed Shah Rangile (1719-1748). Der Khayal gibt dem Musiker viel Freiraum für Improvisation und besitzt dennoch eine klare Grundstruktur, entweder im langsamen Tempo, bada khyal oder als chhota Khayl, im schnellen Tempo.
Gangubai ist dafür bekannt, dass sie den Khayal in langsamen Tempo ausführte, Note für Note, dem wesentlichen Merkmal der Kirana Gharana, eine der indischen Musikschulen.

Mit diesem Rüstzeug konnte Gangubai noch im Alter von 93 Jahren, am 12. März 2006 ihr letztes Konzert geben, obgleich sie, besonders von dem Verlust ihrer Tochter in 2004, gezeichnet, im Rollstuhl saß und für die letzten Jahre ihres Lebens pflegebedürftig wurde.

Am 17. Mai 2009, zwei Monate vor ihrem Ableben, hatte die “Stimme der Tradition” in Hubli die “Naryan Academy of Hindustani Classical Music” eingeweiht… und unter dem Dach der Hangal Music Foundation wird ein Gedächtnispreis, der Padmavibhushan Dr Gangubai Hangal Memorial National Award vergeben, als nationaler Award zur Auszeichnung von Künstlern mit herausragenden Verdiensten um die indisch-klassische Musik. In 2010 wird er an den herausragenden Sänger Pandit Bhimsen Joshi  (s. linkes Bild, 2. Reihe) vergeben. Bhimsen Joshi wurde diverse Male in unserer Sendung vorgestellt.

Khayal in der Ragaform Bageshree (Spätnachtraga), schnelles Tempo Drut… s. vollständige Playlist.

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Quelle: v.l.n.r.: with courtesy thank’s to indiasummary.com, Eric Parker (Flickr), Hinduonnet.com (1st row);
Vikas Zutshi (Blogspot), Wikipedia.org , cbc.ca/daylife.com/Guardian.co.uk (2nd row)

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