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A – Raga CDs des Monats (07/2016): Pankaj Mullick, Rabindra Sangeet und der indische Film

Posted by ElJay Arem (IMC OnAir) on July 10, 2016

150 Jahre Rabindranath Tagore
– Pankaj Mullick, Rabindra Sangeet und der indische Film

Auf dem südindischen Subkontinent feiert man alljährlich den Geburtstag von Rabindranath Tagore: “Kabi Pranam – A tribute to Tagore“. Am 7. Mai erinnert man sich an eines der letzten Universalgenies des 20. Jahrhunderts. R. Tagore (1861-1941) war Dichter, Schriftsteller, Musiker, Maler, Verfasser von Tanzdramen, Verleger und Sozialreformer.

Uruguay Stamps - 150th Tagore Anniversary

Uruguay Stamps – 150th Tagore Anniversary

In 2011 feierte Bangladesh und Indien, besonders in West-Bengalen im großen Stile den 150sten Geburtstag von Tagore. Über ein ganzes Jahr wird mit unzähligen Veranstaltungen an öffentlichen Plätzen, in Theatern, an Schulen aber auch in Buchläden unter den literarischen Freunden der Tagore-Werke erinnert.

Aus gegebenem Anlass des 150jährigen Jubiläums hat die Regierung in SriLanka und Uruguay den ersten indischen Nobelpreisträger für Literatur in Form eine Sonderbriefmarke gewürdigt. Tagore hatte Sri Lanka in den Jahren 1922, 1928 und 1934 besucht.

   
from left to right: Tagore as painter, Argentina Edition, Tagore’s PlayPost Office
(Source: All the stamps on this website with courtesy to Kumar Kamaleshan Nair (Trivandrum) – www.collectindianstamps.com )

Die Feierlichkeiten zum 150sten Geburtstag, die seit dem 7. Mai stattfinden, zeigen einmal mehr, dass der Geist von Tagore über alle Generationen hinweg, durch alle Bevölkerungsschichten hindurch lebendig ist. Der Daily Star, die auflagenstärkste, englischsprachige Tageszeitung in Bangladesh beschreibt Tagore zum 150sten Geburtstag treffend als einen “Internationalisten durch und durch“.

Sendetermine…
10. Juli 2016 – 23:00 p.m. CET (05:00 pm EST) @ Radio FRO (A)
(Premiere: 16.05.2013 – 23:00 Uhr @ Tide Radio)
broadcasting plan | streaming (Internet Radio & Mobile Radio) | podCast

In der Sendung “Rabindra Sangeet – eine Stimme für Alle!” haben wir Rabindranath Tagore bereits vorgestellt. Der Rabindra Sangeet ist ein Genre, das sich im 20. Jahrhundert etabliert hat.
Es ist ein musikalisch-literarisches Konzept, das von Rabindranath Tagore selbst begründet wurde. Seine Gedichte und Lieder hat Tagore in die indisch-klassische Musik eingebettet, gleichermassen in die nordindische (Hindustani) wie die südindische Klassik (Carnatic).

Pankaj Kumar Mullick war als Sänger, Schauspieler (Debut in Mukti, 1937), Komponist (als Musikdirektor, Dirigent/Arrangeur), Radiomacher und Filmproduzent  Indiens führender Interpret des Rabindra Sangeet.
Pankaj Mullick’s Interesse für den Rabindra Sangeet kam durch den Kontakt mit der Tagore-Familie zustande, zunächst durch die Begegnung mit Dinendranath Tagore, einem Großneffen von Tagore, Komponist und Musikarrangeur.
Als Rabindranath Tagore Pankaj Mullick’s Gesang erstmals zu Gehör bekam, so wird berichtet, umarmte Tagore ihn spontan und erlaubte Mullick, all seine Schriftwerke zu vertonen, die von Tagore selbst zu Lebzeiten nicht bewältigt werden sollten. Dies gewährte Tagore, der sich selbstbewusst als der bedeutendste Dichter Indiens verstand, keinem anderen. Mullick war auch der erste, der die Tabla, ein Percusssioninstrument der nordindischen Klassik, als Begleitinstrument für Tagore-Songs hinzunahm.

Rabindranth Tagore war 44 Jahre alt, als Pankaj Mullick am 10. Mai 1905 in Calcutta ein Junge das Licht der Welt erblickte. Er sollte in die Geschichte als berühmter Sänger, Schauspieler, unabhängiger Musikdirektor und Filmemacher eingehen. Pankaj Mullick lebte bis 1978 in Calcutta. Anders als viele seiner Kollegen zog es Mullick nicht nach Mumbai, Indiens Filmhauptstadt. Nur wenige Aufträge übernahm er für Mumbai-Produktionen, wie Zalzala im Jahre 1952, eine Verfilmung von Tagore’s Novelle Char Adhaya and Kastoori  unter der Leitung des Filmdirektors Gyan Mukherjee.
Pankaj Mullick war ein Pionier des indischen Films. Er führte zusammen mit dem Filmregisseur Nitin Bose (Dhhop Chhaon, 1935) den Playbackgesang ein, wie wir ihn noch heute in den Bollywood-Blockbustern kennen.

Wie zu jener Zeit für Filmschaffende und Playbacksänger üblich, wurde auch Pankaj Mullick umfassend in der indisch-klassischen Musik ausgebildet, im Dhrupad, dem ältesten Gesangsstil der nordindischen Klassik, oder im modernen Gesangstil, dem Khayal. Sein musikalisches Interesse erbte er von seinem Vater, der ein großes Interesse für die traditionellen Formen der Bengalischen Musik besass.

Bis ins hohe Alter war Mullick als Musikdirektor aktiv. Sein letzter Film war Janhabi Jamunia Bigolito Karuna im Jahre 1972. Ein Jahr später, wurde Pankaj Mullick im Alter von 68 Jahren von der indischen Regierung für sein Lebenswerk und seine Verdienste um das indische Kino ausgezeichnet. Mullick erhielt den bedeutendsten indischen Filmpreis, den Dadasaheb Phalke Award.

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