IMC – India meets Classic presents …

… radio shows for Indian (Music) Culture

DE – Raga CDs des Monats (04/2016): Nyasa – die Stille der Ragas.

Posted by ElJay Arem (IMC OnAir) on April 21, 2016

Für die Ragas unserer Zeit gibt es unterschiedlichste Kombinationen von aufsteigenden und absteigenden Skalen: arohana und avaroha. Sie können aus 5, 6 oder 7 Hauptnoten (oudava, shadava o. sampoorna) bestehen.

Im Natya-Sastra, dem Grundlagenwerk des Weisen Bharata Muni mit mehr als 6000 Sutren wurde eine Notation für die Ragamodi definiert, die man als Ursprung der melodie-ähnlichen Struktur moderner Ragas verstehen kann, die s.g. Jati-s. Sie waren in ganz Indien besonders für den Gesang beliebt.

Das Natya-Sastra fasste die Jati-s in 18 Gruppen, sieben (7) reine Formen, aus denen man 146 modifzierte Ragas gestalten konnte… und elf (11) Hybridformen mit einer Vielzahl von Variationen.

Sendetermine…

21. April 2016 – 21:00 Uhr @ radio multicult.fm (DE)
(Premiere: 15. Juni 2010 – 21:00 Uhr @ Tide Radio)
broadcasting plan | streaming (Internet Radio & Mobile Radio) | podCast

IMC-CD-Cover-Nyasa-Silence-in-Rags-062010-250-1Dem Natya-Sastra folgte nahezu zeitgleich die musikalische Schrift Dattilam des Weisen Muni Dattila. Die Entstehung des Dattilams datiert man ungefähr auf das 4. vor bis 2. Jahrhundert nach Christi Geburt. Im Dattilam wurden die Jati-s mit jeweils zehn (10) Charakteren genauer beschrieben, aus denen sich die melodische Struktur der zeitgenössischen Ragas der nordindischen Klassik entwickelte.

Die Gewichtung einer Note, einer Swara, wurde für die antiken Ragas mit dem Begriff Amsa umschrieben. Amsa ist in seiner Funktion vielfältig, u.a. ist es die Note, mit der der gesamtheitliche Charakter eines Ragas beschrieben wird, z.B. in Form eines Ruhepols, als Nyasa Swara.

In der Ausgestaltung eines Ragas, die einem strengen Regelwerk unterworfen ist, hat jede Phrasierung einen Ausgangpunkt: Graha ist die Anfangsnote und Nyasa der Abschluss. Mit Graha wird die Position einer Note beschrieben, genauer: die Note, mit der eine Ragaexposition begonnen werden muss. Der Instrumentalist oder Sänger kehrt am Ende einer melodischen Phrasierung zu Nyasa als “melodisches Zentrum” und “Ruhepol” zurück.

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