IMC – India meets Classic presents …

… radio shows for Indian (Music) Culture

CH – Raga CDs des Monats (02/2016): Sie geben den Ton an! – Die Dronen in der indisch klassischen Musik.

Posted by ElJay Arem (IMC OnAir) on February 8, 2016

Die Förderinitiative “IMC – India meets Classic” präsentiert mit IMC OnAir – IMCRadio.Net auf Radio RaSA (und weltweit als Webradio) das Thema “Sie geben den Ton an! – die Dronen in der indisch-klassischen Musik“..

In der musikalischen Welt beschreibt der Begriff “Drone” einen harmonischen Effekt und eine musikalische Begleitung, in der eine Note oder ein Akkord beständig über den Zeitraum eines Musikstückes erklingt, wiederholend und durchgängig auf gleichbleibender Tonhöhe.

Sie hören dazu Beispiele original indisch-klassischer Musik, mit dem Swarmandal und der Tanpura, Gesangsbeispiele der Bauls auf der Ektar und dem Dotar, in den Gesangsstilen Dhrupad und Khyal und dem Thumri der leichten Klassik.

Sendetermine…

8.  Februar 2016 – 22:00 Uhr CET (04:00 pm EST) @ Radio RaSA (CH)
(Premiere: 7. Oktober 2008 – 21:00 Uhr MESTZ (03:00 pm EST) @ Tide Radio 96.0 FM)
InternetStream (Web & Mobile Radio) | PodCasting | Sendeplan

In der indischen Musik werden die Dronen funktional eingesetzt. Sie schaffen eine Tonalität, eine Beziehung zwischen Klang, Ton und Akkord, auf die ein musikalisches Werk durchgehend aufbaut.

Die Tonika (Grundton) zu identifizieren, ist für das menschliche Ohr in der modalen Struktur der indischen Raga-s ohne vorhandene Akkorde (Intervalle von Ganz- und Halbtonschritten) nahezu unmöglich. Für eine Ragainterpretation übernehmen die Drohnen diese Funktion. Die Struktur einer Ragaskala wird verständlicher und mit dieser klanglichen Orientierungsebene können komplexe Modi entwickelt werden.
Dieser bedeutsame Effekt der Dronen kann auf ein akustisches Phänomen der Harmonik zurückgeführt werden. Es entstehen unterschiedliche Ebenen von Konsonanzen und Dissonanzen, ein Ergebnis der physikalischen Interaktion der Melodie mit den Tönen der Dronen.

In unterschiedlichen Bauweisen findet man die Dronen in der Indischen Klassik, gleichermaßen in der Nordindischen wie Südindischen. Es werden eine Vielzahl verschiedener Dronen verwendet. Es sind die Tanpura (o. Tambura), Ottu, Ektar, Dutar (Dotar oder Doutar), Surpeti, das Swarmandal (o. Surmandal) und Shank, eine Schneckenmuschel.

Die einfachsten Dronen spielen nur eine einzelne Note (z.B. Ektar), die ständig wiederholt wird. Dieser Ton wird auf die 1. Stufe, dem Sa (Shadaj) des Musikstückes oder eines Ragas gestimmt. Mit zwei Noten (z.B. 2-saitige Dotar) können bereits kompliziertere harmonische Effekte erzeugt werden. Im Gesang der nordindischen Klassik (Hindustani Sangeet) wie auch im südindischen Gesang (Carnatic Sangeet) tendiert man zur Stimmung auf die 1. und 5. Stufe (Sa – Pa).

Ektars und Dotars können sowohl als Dronen wie auch als Rhythmusinstrumente verstanden werden, bilden sie in ihrer Bauart und Spielweise beide Funktionen ab. Bezieht man die Musik- und Perkussionsinstrumente ein, ist die Anzahl der reinen Dronen, wie die Tanpura oder Surpeti viel geringer als die der Instrumente, die beide Funktionen abdecken können.

In der indischen Klassik, ist die Tanpura (o. Tambura) die führende Drone. – Die Tanpura ist das Instrument, das den Ton angibt !

Typisch für die nordindische Klassik, werden die Tanpuras im Miraj-Stile angefertigt. Mit ihrem tiefen Klang verkörpern sie das Männliche und werden zur Begleitung männlicher Gesangsstimmen eingesetzt. Man trifft die kleinere Ausführung in der südindischen Klassik an, als Tambura im Tanjore-Stil (eine Laute mit einer Länge von ca. 3-5 Fuss). Aufgrund ihrer höheren Tonlage werden sie bevorzugt als Begleitinstrument weiblicher Gesangsstimmen verwendet.
Die kleinste Bauart, die Tamburi kann mit einer Länge von 2-3 Fuss auch instrumental gespielt werden. Sie ist heutzutage sehr populär. Die Tamburis gibt es 4-, 5-, 6-saitig oder sogar mit noch mehr Saiten.

Das regulär 4-saitige Instrument kann sehr unterschiedlich gestimmt werden. Männliche Vokalisten stimmen die Tanpura in der Tonika auf die 1ste Stufe “SA”, das dem C# (Cis) entspricht. Sängerinnen stimmen um 1/5 höher. Für alle regulären Raga-s wird im Weiteren eine Saite auf die 5. Stufe “Pa” gestimmt. Die zwei Weiteren klingen auf der um eine Oktav höher liegenden Tonika mit (Pa – sa – sa – SA).
Für Ragas ohne 5. Stufe wird diese ersetzt durch die 4. Stufe “Ma”. Im zweiten Beispiel auf den Grundton “D” gestimmt (Ma – sa – sa – Sa).

Hörbeispiel 1: Grundton C# | Pa – sa – sa – Sa

Hörbeispiel 2: Grundton D | Ma – sa – sa – Sa

Sogar einige der indischen Perkussionsinstrumente werden in einer Weise gestimmt, um einen Droneneffekt zu verstärken. Während dem Spiel auf dem Mridangam und der Tabla klingt durchgehend die Tonika mit.

Die Dronen werden auch in der indischen Volksmusik (Folk), im Filmi Sangeet (Hindi Film Songs), für viele Lieder im indischen Film verwendet, in der leichten indischen Klassik, in Maharati oder Rabindranath Sangeet, also den Liedern im indischen Bundesstaat Maharestra oder des indischen Universalgenies Rabindranath Tagore.

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