IMC – India meets Classic presents …

… radio shows for Indian (Music) Culture

special feature: From India to Europe… FestivalReport “World of Indian Rhythms” (Teil 1 u. 2)

Posted by ElJay Arem (IMC OnAir) on December 20, 2015

From India to Europe… FestivalReport (Teil 1/2)
– The World of Indian Rhythms… Tabla Solos vom Darbar South Asian Music Festival 2006

Die Förderinitiative “IMC – India meets Classic” präsentiert kurz vor Weihnachten 2015 in einer 2-stündigen Sendung – wie jeden 3. Sonntag auf radio multicult.fm – das special “From India to Europe – FestivalReport” (Teil 1 u. 2). Er steht unter der Themenüberschrift “World of Indian Rhythms” und schliesst an die reguläre Sendung “Raga CDs des Monats” mit dem Thema “Tala – der indische Rhythmuszirkel” (Tala – Indian Rhythm Cycles) an.

In Teil 1 werden TablaSolos von drei der herausragenden Meister auf dem indischen Trommpelpaar der nordindischen Klassik präsentiert, mit Live-Aufnahmen vom Darbar South Asian Music Festival (in 2006).

S e n d e t e r m i n e  (Teil 1 u. 2)…

Sonntag, 20. Dezember 2015 – 15:00-17:00 Uhr CET @ radio multicult.fm (DE)
(Premiere: 19.08.2008 (Teil 1) u. 26.08.2008 (Teil 2) @ Tide Radio)
broadcasting plan | streaming (Internet Radio & Mobile Radio) | podCast

Das Darbar South Asian Music Festival war in seinem Gründungsjahr vom 3. bis 5. März 2006 neben einer Vielzahl von Künstlern und Sängern der indischen Klassik eine Plattform für einige der herausragendsten Tablaspieler unserer Zeit. Es präsentierten sich in Begleitung des Sarangi-Maestros Ramesh Mishra

  • Pandit Anindo Chatterjee, der herausragende Repräsentant der Farrukhabad Gharana, eine der 6 Musikschulen (eine Art Stilrichtung der indischen Trommel)
  • Pandit Swapan Chaudhuri, Vertreter der Lucknow Gharana und
  • Pandit Kumar Bose, Statthalter der Benares Tabla Gharana.

Pandit Anindo Chatterjee (Farrukhabad Gharana)Pandit Kumar Bose (Benares Tabla Gharana)Pandit Swapan Chaudhuri (Lucknow Tabla Gharana)
Pt. Anindo Chatterjee | Pt. Kumar Bose | Pt. Swapan Chaudhuri
3 x Tabla Solos @ Darbar South Asian Music Festival 2006

Indien besitzt eine Vielzahl von Trommeln und Schlaginstrumenten. Zu den ältesten Rhythmusinstrumenten für die indische Klassik zählt der Mridangam, eine klassische Trommel, deren Namen bereits im 3. vorchristlichen Jahrtausend im Rigweda auftaucht.

In der nordindischen Klassik hat sich die grössere Ausführung des Mridangam etabliert: der Pakhavaj mit einem tiefen, vollen Klang und einer Vielzahl von Anschlagstechniken.

Die Tabla ist eine Art zweigeteilter Mridangam. Eine kleinere, aus Holz gefertigte Trommel, der eigentlichen Tabla und die aus Metall gefertigte, tiefergestimmte Basstrommel, die Baya heisst. Tabla und Baya sind mit Ziegenhaut bespannt

Der Tablaspieler ist gleichermassen Solist und Begleitmusiker für das Hauptinstrument oder den Sänger. Einem Tabla-Maestro steht eine grosse Bandbreite von kompositorischen Formen zur Verfügung, auf deren Grundlage improvisatorisch das Ragaspiel des Hauptinstruments ergänzt und eigenständig gestaltet werden kann.

From India to Europe… FestivalReport (Teil 2/2)
– The World of Indian Rhythms… MRIDANGAM

In Teil 2 unseres specials “FestivalReport” mit Sendetermin am 20.12.2015 (15:00-17:00 Uhr) stellen wir dem dominierenden Trommelpaar der nordindischen Klassik, der Tabla ihren Compagnion der südindischen Klassik, der karnatischen Musik gegenüber… der Mridangam.

Mridangam leitet sich aus dem Sanskrit ab, “Mrid” bedeutet Lehm oder Erde und “Ang” der Körper. Mridangams wurden früher aus gehärtetem Ton hergestellt. Zugunsten der Haltbarkeit entwickelte sich eine Bauweise aus verschiedenen Hölzern.

Mit der Entwicklung des Mridangam hat sich auch das rhythmische System der Talas (oder Taalams) in der südindischen Klassik entwickelt. Heute gilt der Mridangam als der typischer Vertereter der südindischen Klassik.

Der Mridangam ist das Instrument der Götter – “Deva Vaadyam“. In antiken Hindu-Skulpturen, Malereien und Mythologien wird der Mridangam als das von verschiedenen Gottheiten gewählte Instrument beschrieben: Ganesha, der Beschützer und Nandi, der Gefährte von Lord Shiva.

Während die Tabla für den Solisten die rhythmische Struktur in festgelegten Mustern, den s.g. Thekas fixiert, übernehmen in der südindischen Klassik die Musiker selbst durch definierte Handbewegungen die Zählabfolge in einem festgelegten Tempo. Damit ist der Mridangist in seinem Spiel freier für ein improvisatorisches Spiel.

Zudem bietet der technische Aufbau des Mridangams, besonders in der Zusammensetzung der beiden Membranen ein komplexeres Spektrum der Klangharmonik und einen kürzeren Nachhall (sustain).

Während des 20sten Jahrhunderts haben die grossen Maestros s.g. Mridangam-Schulen mit unterschiedlichen Spieltechniken entwickelt. Zwei herausragende Schulen sind die Puddukottai– und Thanjavur-Schule.

In unseren Hörbeispielen spielen auf dem Mridangam: Srimushnam V. Raja Rao, Sri Guruwayur Dorai, Chelvaraju, Sri Anantha Gopalakrishnan, Mannargudi A Easwaran … in Begleitung von Sri N. RaviKiran auf der ChitraVeena, des Flötisten Dr. N. Ramani und Violinisten Sri Mannu Ranjith, und den Sängern Manasi Prasad und Dr. M Balamuralikrishna.

Vocalist Dr. M. Balamuralikrishna (01/2008 – Kuthiramalika Palace, Thiruvananthapuram) | M. A. Easwaran | Sri G. Dorai (Mridangam)

. Dr. M. Balamuralikrishna (Jan 2008 - Kuthiramalika Palace, Thiruvananthapuram). Mannargudi A. Easwaran (Mridangam Solo).Guruvayur Dorai (Mridangam Maestro).

S. V. Raja Rao (Mridangam) | Dr. N. Ramani (Flute) | N. RaviKiran (ChitraVeena)

S. V. Raja Rao (Mridangam) | Dr. N. Ramani (Flute) | N. RaviKiran (ChitraVeena)

Die Aufnahmen stammten vom Harballabh Sangeet Sammelan, dem Indian Music Festival in Farifax, Kalifornien, dem Salt Lake City Thyagaraja Festival (Utah Universität), dem Chleveland Thyagaraja Festival, dem Swathi Sangeethotsavam, Chembai Sangeethotsavam und Chennai Dance & Music Festival.

Das Shree Baba Harballabh Sangeet Sammelan zählt weltweit als das älteste Festival für die nordindische Klassik. Es feierte am 25. Dezember 2007 sein 132-Jähriges. Alljährlich findet das Harballabh am letzten Wochenende im Dezember in Jalandhar City statt. Bereits im Jahre 1919 besuchte der Vater der indischen Nation, Mahatma Gandhi das Festival.

Das 10-tägige Thygaraja Festivals of Music & Dance in Thiruvaiyaru, im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu wurde im Jahre 2007 zum 65sten Mal veranstaltet.

Thyagaraja wurde am 4. Mai 1767 geboren und lebte bis zum 6. Januar 1847. Seinen Namen erhielt er nach Lord Thyagaraja, der Gottheit des Tempels in Thiruvarur. Thyagaraja gehörte mit Muthuswami Dikshitar und Syama Sastri dem Dreigestirn der südindischen Klassik an. Thyagaraja komponierte hunderte von Liedern, die meist die Hindugottheit Rama preisen.

Thyagaraja Festivals haben sich an vielen Plätzen Indiens und in der ganzen Welt etabliert, in Toronto, Colombo, Seattle an der Unitarian Church Universität oder in Durban, dem südafrikanischen Urlaubsmekka.

Salt Lake City im US Bundeststaat Utah hatte 1997 sein erstes Thyagaraja Music Festival auf dem Campus der Universität von Utah veranstaltet. Über die Jahre hat sich dieses alljährlich im Mai stattfindende Musikereignis zu einem der herausragenden Festivals für indische Klassik ausserhalb Indiens – ganz in der Tradition der indischen Sangeeta Sammelanas entwickelt.
Das Cleveland Tyagaraja Aradhana ist in Nordamerika das grösste Festival zur indischen Klassik mit mehr als 8000 Besuchern. Es fand erstmals 1978 statt. Im März 2008 (21.03.-30.03.) feierte das 10-tägige Festival sein 31stes Bestehen…

Das Swathi Sangeethotsavam wird von der Landesregierung Keralias in Anerkennung an Swathi Thirunal Rama Varnam veranstaltet. Der Maharaja Swathi Thirunal lebte von 1813-1848.
Das Swathi Sangeethotsavam findet im Kuthiramalika-Palast statt, in der Nähe von Thiruvanananthapuram-City. An dem Veranstaltungsort des 7-tägigen Festivals komponierte der “König der Poeten” viele seiner Musikstücke. Als Linguist und Regent aus der Travancore-Dynastie hatte Swathi Thirunal die kulturelle Entwicklung Keralas nachhaltig beeinflusst und durch sein Schaffen gleichermassen um die nordindische und südindische Klassik bereichert.
Das Festival findet jährlich vom 6.-12. Januar statt und hat seinen programmatischen Schwerpunkt in der Aufführung der Kompositionen von Swathi Thirunal.

Seit 1974 findet im Guruvayur Shri Krishna Tempel (Thrissur, Kerala) jährlich ein Musikfestival zu Gedenken des Sängers Chembai Vaidyanathan Bhagawathar statt, das Chembai Sangeethotsavan.

Das Chennai Dance & Music Festival nahme im Jahre 1927 mit der All-India Music Conference seinen Anfang. In einem Geflecht von hunderten von Kulturorganisationen, den Sabhas werden s.g. Kutcheris – Konzerte organisiert. Allen voran steht auch heute noch, seit der Gründung des Festivals, die Madras Music Academy.
Die Festival-Saison von Chennai sucht seinesgleichen… Von hier geht der Impuls für den gesamten Süden Indiens aus: zur Bewahrung kultureller Traditionen, gleichermassen für die Talentförderung und als Motor der Musikindustrie.

Einige akkustische Eindrücke…

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