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CH – Raga CDs des Monats (06/13): Ragas in der Sufi-Musik

Posted by ElJay Arem (IMC OnAir) on June 9, 2013

Ragas in der Sufi– Musik
– Sufiana Kalam | Worte der Sufi-Weisen

Schalal ad-Din Rumi (Wikipedia)

1207-1237: Schalal ad-Din Rumi (Wikipedia)

Erste Schriften über den Sufismus und seinen Praktiken wurden im 1. Jahrhundert nach Christi Geburt verfasst. Das Goldene Zeitalter des Sufisum war zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert. Es war seine intellektuelle Hochzeit.

Den Sufismus bringt man im Westen mit den tanzenden Derwischen (türkischer Mevlevi-Orden) in Verbindung. Der Mevlevi-Orden geht auf den persischen Theologen, Poeten, Juristen und Sufi-Mystiker Schalal ad-Din Rumi (1207-1273) zurück. Die Derwische versetzen sich mit ihren kreisenden Bewegungen in Ekstase. Diese rituelle Übung nennt man Dhikr, das Gedenken an Gott. Es ist eine intensive Anbetung Allahs. mit Abkehr von dem Weltlichen.

Die Musik kann dafür auch Bestandteil der spirituellen Übung sein. Im 13. Jahrhundert beschrieb der Sufi Rumi (1207-1273), dass Musik, Poesie und Tanz dazu verhelfen können, sich auf das Göttliche zu konzentrieren und die Seele zu erneuern. Mit Gesängen, die instrumental begleitet werden, wird Gott angerufen. Die Liebe zu Gott bzw. zum Propheten Mohammed wird besungen.

Sendetermine…

10th June 2013 – 22:00 Uhr CET (04:00 pm EST) @ Radio RaSA (CH)
(Premiere: 21. Febr 2011 – 23:00 Uhr CET @ Tide Radio)
broadcasting plan | streaming (Internet Radio & Mobile Radio) | podCast

Etymologisch betrachtet leitet sich Sufismus sehr wahrscheinlich aus dem Wortstamm Suf (Wolle) und Safa (Reinheit) ab. Beim Eintritt in den Sufi-Orden wurden in einem Initationsritus einem Sufi wollene Umhänge übergeben.

Ein echter Sufi wendet sich vom weltlichen Leben ab und macht sich von allen Verführungen und Emotionen frei, wie Stolz, Arroganz, Neid oder falsche Hoffnungen auf ein langes Leben. Es ist der Kampf gegen das tyrannische Ego, um an-nafs al-safiya zu erlangen, die “reine Seele” als die höchste Stufe, immer aber unterhalb des Propheten. Wichtiger als die Selbstaufgabe ist die Liebe. Ein Leben wahrheitsgetreu zu führen, das Herz frei von Hass zu halten und sich kulinarischen Verführungen zu widersetzen. Die Liebe zu Gott ist die Voraussetzung für die Vereinigung mit Gott, bereits im Diesseits möglich. Der Sufismus ist eine innere Beziehung zwischen dem Liebenden, dem Sufi und dem Geliebten, Gott.

Die arabische, islamische Welt und verschiedenen Kulturen aus Süd- und Osteuropa beeinflußten sich über viele Jahrhunderte wechselseitig, zwischen dem 6. und 12. Jahrhundert im muslimisch-orientierten Spanien. Im moderneren Europa haben wir das Wort Sufismus erst im 19. Jahrhundert kennengelernt. Von dem indischen Musiker und Mystiker Hazrat Inayat Khan wurde in London der internationale Sufi Orden gegründet, im Jahre 1917. Die Sufi-Ordnen öffneten sich zum Ende des 20. Jahrhundets zunehmen auch Nicht-Muslimen. Wir sprechen hier von einem “universellen Sufismus” ohne direkten Bezug zum Islam, in der alle Religionen ihren Platz finden.

In der Sufi-Musik ist auf dem indischen Subkontinent der Gesang im Qawwali-Stile eine Ausdrucksform. Im Arabischen bedeutet Qaul die “Äusserung des Propheten”. Der Qawwali ist besonders verbreitet in

Amir Khusrow surrounded by young men. Miniature from a manuscript of Majlis Al-Usshak by Husayn Bayqarah (Wikipedia)

Amir Khusrow surrounded by young men. Miniature from a manuscript of Majlis Al-Usshak by Husayn Bayqarah (Wikipedia)

muslimisch geprägten Regionen wie Nord- und Westpakistan, dem Punjab, Hyderabad, aber auch in Bangladesh und im Kashmir. Als Gedichtform des Qawwali verwendet man meist den Ghazal. Die Inhalte bringen das seelische Verlangen nach der Vereinigung mit dem Göttlichen und der Freude an der Liebe des Göttlichen zum Ausdruck. Der Ursprung des Qawwali ist das 8. Jahrhundert, im persischen Raum (heutiges Afghanistan und Iran). Die uns bekannte Form des Qawwali reifte in Indien im späten 13. Jahrhundert. Es war der Sufi Amir Khusro Dehelvi, der die persische und indische Musiktradition zusammenbrachte. Amir Khusro gehörte dem Chistiya-Sufiorden an.

Seit der Türkischen Eroberung in Südasien haben sich auf dem ganzen indischen Subkontinent eine Vielzahl von Sufi-Orden etabliert, von Delhi bis nach Südindien: Moinuddin Chishtiya, Nagshbandi, Suhrawardiyah u. Qadiriyaah.

Mit den modernen Kommunikationsmedien erfährt der Sufismus ein weltweites Interesse, besonders aus Kreisen der Nicht-Muslime… heutzutage kann sich jeder selbst eine Meinung über den Sufismus bilden. Die ersten Schriften über den Sufismus aus dem 1sten Jahrhundert (‘Kashf al-Mahjub of Hujwiri ‘ und ‘Risala of Qushayri’) liegen in englischer Übersetzung vor.

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