IMC – India meets Classic presents …

… radio shows for Indian (Music) Culture

Archive for November, 2009

eigenarten 2009 – interkulturelles Festival in Hamburg

Posted by ElJay Arem (IMC OnAir) on November 2, 2009

Beim EIGENRTEN FESTIVAL werden indische Musik, Folklore und Tanz präsentiert; in den Jahren 2008 waren es MITO und 2006 new music for 2 guitars. In 2009 ist die indische Kultur mit dem World Drum Trio (7.11.) und “Odissi & Cello” (1.11.) vertreten.

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v.l.n.r.: World Drum Trio  (2009), Odiss & Cello (2009), Mito (2008), new music for 2 guitars (2006)

Dazu war IMC – India meets Classic (Lothar J.R. Maier) am 01.11.2009 mit Judy Engelhard* im Gespräch  – im Rahmen der India Week Hamburg 2009.

eigenarten Festival…

Viele HamburgerInnen haben weit verzweigte Wurzeln. eigenarten (www.festival-eigenarten.de) präsentiert jedes Jahr im Herbst aktuelle Projekte von Hamburger KünstlerInnen aus aller Welt. Ausgehend von der eigenen Herkunft wachsen neue kulturelle Bezüge.

Den vorgestellten Produktionen liegen tiefgehende Erfahrungen von Menschen zugrunde, die in mehreren Kulturen zuhause sind. Sie bewegen sich bewusst oder unvorhergesehen durch verschiedene Weltanschauungen und Gesellschaften, sind weit gereist oder erleben täglich vor der eigenen Haustür das Aufeinandertreffen vielstimmiger Lebens- und Denkarten.

Das Programm umfasst hierbei interkulturelle Produktionen aller Sparten. Das daraus entstandene Netzwerk der TeilnehmerInnen und der kooperierenden Institutionen und Förderer ist seit dem Start von eigenarten im Jahr 2000 ständig größer und intensiver geworden.

judy_engelhard *) Dipl.-Pädagogin Judy Engelhard studierte in Würzburg und Oldenburg mit dem Schwerpunkt Interkulturelle Pädagogik. In Hamburg Ausbildung zur Sozialmanagerin. Organisation und Durchführung zahlreicher Veranstaltungen in den Bereichen Musik, Theater, bildende Kunst und Stadtteilkultur. Mitarbeit bei verschiedenen Kulturprojekten in Ländern Lateinamerikas und in Indien. Redaktionsmitglied der „IKA – Zeitschrift für internationalen Kulturaustausch.

Das Interview von Lothar J.R. Maier (IMC – India meets Classic) als Audio-Beitrag…

Das Interview im 1:1 re-print…

IMC: Ich bin im Gespräch mit Frau Engelhard von dem Kulturevent in Hamburg: Festival Eigenharten. Es ist ein Event, der in Hamburg seit 10 Jahren im Aufbau befindlich ist und jetzt dieses Jahr sein 10tes Jubiläum bestreitet. Frau Engelhard, können Sie uns ein bisschen etwas zu dem Charakter dieses Events Festival Eigenarten erzählen, und auch zu den letzten 10 Jahren…

JE: Ja, guten Tag. Eigenarten ist eben vor 10 Jahren entstanden. Es wurde auf Initiative von Künstlern, die interkulturell arbeiten, gegründet. Diese Künstler sind ins Referat der damaligen Kulturbehörde, jetzt heisst es ja Behörde für Kultur, Sport und Medien, gegangen; haben mit der damaligen Referenten für Interkultur, Inka Mantai gesprochen und sie doch gebeten, ein Festival zu organisieren, damit sie eine grössere Plattform haben, d.h. diese inter-kulturellen Künstler. Mantai hat damals die Künstler ernst genommen und sagte aber: „Gut, sie kann Geld dafür bereitstellen, aber sie kann es nicht selbst organisieren. Und da sie meinen Verein kennt, Peeng eV, fragte sie uns, ob wir das organisieren wollen. Und das tun wir seitdem.

IMC: … ja, und sehr erfolgreich, kann man sagen. Dieses Festival hat sich zu einer sehr wichtigen Grösse im Hamburger Herbst entwickelt. Ein Festival, das sich über alle Sparten der Kunst erstreckt, vom Film über Theater, Tanz bis hin zur Literatur und selbstverständlich zur Musik. Wie kommt es zu diesem Mix ? – Und wie wählt Peeng eV als Organisator auch dieses jährliche Programm aus.

JE: Also wir wählen das Programm nicht aus. Sondern es gibt eine Jury, seit dem zweiten Festivaljahr. Das erste Festival war noch klein, es erstreckte sich über 4 Tage nur an einem Ort, das Goldbek-Haus. Und heute sind wir mit 38 Veranstaltungen an 11 Tagen und an 22 Orten zu sehen.
Es gibt eine Jury, wie schon gesagt, seit dem 2. Festivaljahr. Sie trifft sich dann für einen langen Abend, und es geht bis in die Nacht hinein. Die sichten dann die zahlreichen Bewerbungen, die wir, das Organisationsteam vorher zusammengestellt haben. D.h. es bewerben sich Künstler mit ihren Projekten bis im Februar. Also es beginnt jetzt schon nach dem Festival, ist ja immer vor dem Festival. Es beginnt schon wieder die Ausschreibungszeit. Bis wahrscheinlich Ende Februar kann man sich wieder bewerben. Dann wird Ende März, Anfang April die Auswahl stattfinden. D.h. wir haben einen Monat zeit, mit den Künstlern in Kontakt zu treten, ihnen noch mal behilflich zu sein bei der Bewerbung, noch mal nachzufragen ob die Kriterien erfüllt sind.

Also die Kriterien für Eigenarten das ist ganz wichtig. Es gibt 3 Hauptkriterien. Das ist:

1. Es muss interkulturell sein das Projekt. Das bedeutet: immer zwei Menschen, die aus unterschiedlichen Kulturen stammen, müssen zusammenarbeiten. Egal in welchem Genre. Aber es müssen zwei Menschen aus verschiedenen Kulturen sein. Das heisst nicht zwei Afrikaner, zwei Lateinamerikaner oder zwei Deutsche arbeiten über eine andere Kultur. Sondern das Wichtigste überhaupt: zwei Menschen aus verschiedenen Kulturen.

2. Hamburg-Bezug muss da sein. D.h. diese Menschen, die Künstler sollten in Hamburg leben. Es hat einfach den Hintergrund, dass die Behörde für Kultur, Sport und Medien aus Hamburg es fördert und wir keine Fahrten bezahlen können.

Und das 3. ist: Es sollen professionelle Künstler sein.

IMC: So ist es ja auch heute Abend mit dem Konzert hier auf dem Gelände der Alsterstiftung, in der St. Nikolaus-Kirche. Wir hatten auf der Sitar Ashraf Sharif Khan, der auch in Deutschland lebt, oder auch in der Zwischenzeit in der Nähe in Hamburg zuhause ist… mit der Hamburger Tänzerin im indischen Tanz Odissi, Gudrun Märtins. Wie sehen Sie denn jetzt den speziellen Aspekt der indischen Kultur innerhalb Ihres Festivals, auch aus dem Rückblick eines Jahrzehnts ?

JE: Spontan fällt mir jetzt nur noch ein indisches Projekt ein, das wir hatten. Das war MITO. Mito ist eine Musikgruppe, die sich aus Indern und Deutschen zusammensetzt. Drei indische Musiker und drei deutsche Musiker haben Mito vor – glaube ich – fast 10 Jahren gegründet, und sind schon 2x bei EIGENARTEN aufgetreten. Die Künstler besuchen sich auch gegenseitig in Deutschland und in Indien. Das ist für mich so ein richtig gut gelebtes, interkulturelles deutsch-indisches Projekt.

IMC: Und was haben Sie für andere Formen von Projekten noch realisiert, sei es im Bereich der Jugend oder wenn es um wirklich inter-kulturelle Begegnung geht zwischen Projekten aus Indien und Deutschland?

JE: Also Peeng eV waren im Jahr 2000 an einem Projekt beteiligt. Es war ein Wandmalprojekt, zum Thema Agenda 21. Und da konnten wir eine Künstlerin aus Delhi nach Hamburg einladen, die hier mit Sönke Nissen(-Knaack), ein Hamburger Maler, ein Wandmaler ein Wandbild verwirklichen konnte. Es ist auch noch zu sehen, in Altona, da wo das frühere Bismarkbad stand… und Sönke Nissen(-Knaack) fuhr dann als deutscher Künstler nach Indien und hat mit Arpana Caur, so heisst die Künstlerin, in Delhi ein Wandbild gemalt.

Wandbild in Neu Dehli zusammen mit der indischen Künstlerin Arpana Caur.

Wandbild in Neu Dehli von Arpana Caur u. Sönke Nissen im Rahmen von "Mural Global" (internationales Wandbildprojekt zur Agenda 21 - 1999)


IMC:
… und diese Erfahrung, die Sie jetzt gemacht haben mit diesen Projekten, insbesondere mit Bezug auf die Publikumswirkung, was können Sie dazu sagen ? – Wenn wir ja von interkulturellem Dialog sprechen, dann denke ich ist auch immer wichtig dieser Aspekt sozusagen der Nachhaltigkeit oder einer gewissen Wirkung auch innerhalb der eigenen Gesellschaft, der eigenen Kultur ?

JE: Also ich kann jetzt einmal vom interkulturellen Festival Eigenarten sprechen… dass wir schon spüren, dass wir immer mehr Publikum bekommen. Dass das Festival auch immer mehr in der Presse angenommen wird, was uns gerade freut, auf dem Hintergrund, dass die Kulturberichterstattung eher zurückgeht. Also wir können eher vermerken: bei uns nimmt sie immer etwas zu. Sie nimmt stetig zu. So dass die Presse auch schon bei uns anruft wenn sie wissen: jetzt ist wieder Eigenarten Festival. Das ist für uns ein grosser Erfolg. Also man wartet direkt darauf im Oktober jetzt müsste Eigenarten wieder auf die Bühne kommen. Also wir finden: das Interesse der Bevölkerung steigt an inter-kulturellen Projekten. Vielleicht weil auch die Gesellschaft immer interkultureller wird. Oder weil wir, oder Hamburg ja jetzt auch schon seit ein paar Jahren auf dem Papier eine Einwanderungsstadt ist und dass die Stadt das auch mehr unterstützt, die Medien es mehr unterstützen und es ist sichtbar.

IMC: Da haben Sie in den nächsten Tagen auch noch mal ein indisches Thema innerhalb Ihres Programms mit einem Hamburger Tabla-Spieler, Swapan Bhattacharya. Wann wird dieses Konzert stattfinden und unter welchem Aspekt der interkulturellen Begegnung steht dieser Konzertabend ?

JE: Das ist World Drum Trio – Percussion in Concert, in der Werkstatt3 am Samstag, den 7. November um 20:30 Uhr. Da treffen sich drei Musiker. Nämlich an der Conga, Percussion: Yogi Jockusch, Tabla, Gatham, Dolak, Gesang: Swapan Bhattacharya und Djembe, Cajon: Oliver Sägebrecht. Es sind eben drei Männer aus verschiedenen Kulturen, die ihre Trommelerfahrungen zusammenbringen, im World Drum Trio, schon ein lange, sehr bekanntes Trio in Hamburg.

IMC: … ein Fusion-Projekt, was schon seit Jahren in Hamburg aktiv ist. Auch mit Swapan Bhattacharya, der seit über 10 Jahren, fast 15 Jahre schon in Hamburg unterrichtet, Tablaunterricht gibt. Und auch mit seiner Hamburger TablaGroup in verschiedenen Events präsent ist. Dürfte also sicherlich ein sehr spannender Abend für die Hamburger Besucher oder auch für Besucher aus dem grösseren Umkreise von Hamburgs sein. Ich bedanke mich für das Gespräch, wünsche auch für dieses Festival weiterhin einen tollen Verlauf. Dieser heutige Abend „Odissi und Cello“ ist sicherlich ein bemerkenswerter Event unter diesem Aspekt „Begegnung westlicher Kultur“. Wir haben hier Bach auch zu hören bekommen und eben auch der klassischen Form des indischen Tanzes Odissi. Vielen Dank für das Gespräch.

JE: Danke auch.

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Hamburg: 7th South Asia Day (14th Nov 2009)

Posted by ElJay Arem (IMC OnAir) on November 2, 2009

This year’s South Asia Day at the University of Hamburg is already the 7th in the series. Having established itself as a traditional yearly event, it offers Hamburg’s public the opportunity to gain information regarding not only the perspectives of South Asia but also regarding the increasing relevance of this dynamically developing region for Germany and Europe as a whole.

Some impressions of the concert evening on 14th Nov ’09 (click on it for “slide show” @ Flickr)

Slide-Show-IMC-OnAir-Live-Recording-7th-South-Asia-Day-2009-1

Programme 2009 (topics)

  • The role of the middle class in South Asia (economically, politically and socially)
  • Theatre in South Asia (afternoon)… see Indian Theatre
  • Dance, Music and Vocals (evening)

Event Organisation

logo_uhhWith three professorial positions for South Asian studies and one position for Tibetan studies, as well as two Lecturerships, Hamburg has one of the largest Departments of Indian and Tibetan studies in Germany. Research and teaching cover a broad spectrum of cultural, religious, historical and social-historical studies, with an emphasis on the use of primary sources as the red thread, especially texts in a range of Indian languages and Tibetan.

AAIlogo_IndTibIn the courses offered, cultural continuities are emphasized within an historical perspective and a keen awareness of diachronic change. Students are strongly encouraged to spend a period abroad at partner universities in South Asia or in Europe.

Excellent library facilities are available, with unique collections in the areas of Jaina and Buddhist studies (including Tibetan canonical texts), and strong holdings in literature in Sanskrit as well as in modern Indian languages.

In both research and teaching, the Department has several clearly defined main focal areas:

1. Classical Indian Studies are strongly represented, with research interests in: Indian religious traditions, with particular emphasis on Buddhism, from its origin to later tantric developments; Indian philosophy;and Sanskrit literature, ranging from epic and Puranic to court poetry.
2. Modern South Asian Studies in Hamburg aim to cover the entire subcontinent. The main primary sources studied are literary texts, film, and other media, starting from the end of the nineteenth century. These materials are studied from various theoretical perspectives: literary criticism, linguistics, and social and political studies. A principal focus is recent developments and cultural phenomena, explored in a broad historical, cultural and religious context.
3. TIBETOLOGY

University of Hamburg
Department of  Culture and History of India and Tibet
Asien-Afrika-Institut
Alsterterrasse 1
20354 Hamburg
indologie@uni-hamburg.de

Prof. Dr. Tatiana Oranskaia
Indology (Neuzeitliches Indien)
Stellvertretende Leiterin der Abteilung
Tel.: +49-(0)40-42838-3387
tatiana.oranskaia@uni-hamburg.de

Secretary: Christina Edingloh
Tel.: +49-(0)40-42838-3385
Fax : +49-(0)40-42838-6944

7_SAT Flyer-Front-Cover-2009….7_SAT Flyer 2-Inlet-1

Die Südasien-Tage an der Universität Hamburg bieten der Öffentlichkeit der Hansestadt und ihrer Umgebung Einblick in die heutige politische, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung Südasiens. Dazu gehören Afghanistan, Bangladesch, Bhutan, Indien, Malediven, Nepal, Pakistan und Sri Lanka. Bei der Organisation und Durchführung der Südasien-Tage arbeiten kulturelle Vereine dieser Länder in Deutschland mit der Universität (Asien-Afrika-Institut, Abteilung für Kultur und Geschichte Indiens und Tibets) zusammen.

Das Partnerland des 7. Südasien-Tags ist Nepal.
Das Programm der diesjährigen Veranstaltung greift zwei Aspekte auf:

Am Vormittag steht

  • Die Rolle der Mittelschicht in Südasien (wirtschaftlich, politisch, sozial)

zur Diskussion.

In einer ersten Gesprächsrunde werden die Vertreter der Botschaften aus den SAARC-Staaten (South Asian Association for Regional Cooperation) ihre Sichtweisen vortragen.

Im Anschluss wird das Thema in einer Podiumsdiskussion von Wissenschaftlern, Politikern und Journalisten erörtert werden.

Die tradierten sozialen Ordnungen – vermögende Oberschichten, stagnierende Mittelschichten und Armut in den Slums der Großstädte und auf dem Lande – unterliegen in allen Ländern Südasiens dem Wandel. Im Zuge nationaler Programme zur Liberalisierung und Modernisierung der Wirtschaft und als Begleiterscheinung der unvermeidlichen Einbindung in den globalen Markt wächst in allen südasiatischen Volkswirtschaften in dynamischer Weise eine starke Mittelschicht heran:

Der Bedarf an akademisch oder fachspezifisch ausgebildeten Kräften für die Bereiche Führung, Finanzen, Forschung, Entwicklung, Fertigung, Vermarktung, Personal und Kontrolle in einer auf die nationalen und internationalen Märkte ausgerichteten Volkswirtschaft wächst in allen Ländern Südasiens.

Der Zugang zu diesen Berufen ist an Ausbildung, nicht an die gesellschaftliche Stellung des Elternhauses gebunden. Im Wettbewerb verdrängt im Zweifel Leistung auf Dauer gesellschaftliche Stellung als dominierendes Kriterium für Aufstieg und Fortkommen. Der steigende Bedarf der Wirtschaft nach leistungsfähigen und leistungsbereiten Fachkräften greift in wachsendem Maße auf die den sozialen Aufstieg suchende Schicht des Landes zurück. Die Anforderungen des Markts dienen als Promotoren zur Überwindung kastenbegründeter Diskriminierung.
Aber es gibt nicht nur positiv einzuschätzende Folgen der Modernisierungsprozesse. Nicht wenige sehen die von Armut geplagten Schichten der Bevölkerung – und das sind im Durchschnitt mehr als 30 Prozent der Bevölkerung – als Opfer der wirtschaftlichen Modernisierungsprozesse. Staatliche Subventionen mögen den Hungertod vermeiden, aber sie ermöglichen nicht die Überwindung der strukturell verwurzelten Armut. Was ist zu tun? Weder autoritäre noch demokratische Regierungen scheinen überzeugende Antworten zu haben.

Das Nachmittagsprogramm beschäftigt sich mit dem Thema

  • Theater in Südasien

Videogestützte Kurzbeiträge der Südasien-Vereine in Hamburg zum Thema Theater in den einzelnen Ländern Südasiens befassen sich u.a. mit folgenden Fragen:

Welche Rolle spielt Theater in den Ländern Südasiens? Welche Formen hat es? Wie ist das Verhältnis von Tradition und Moderne in diesem Bereich?

Länderbeiträge:

Asef Jaghoori ( Afghanistan)
Dr. Satya Bhowmik ( Bangladesh)
Prof. Dr. Dorji Wangchuk ( Bhutan)
Dr. Ram Prasad Bhatt ( Indien)
Günter Sprenger ( Nepal)
Ali Asghar ( Pakistan)
Kodithuwaku Aarachchi K.A.C Sepalika ( Sri Lanka)

Moderator: Tobias Grote-Beverborg, Deutsche Welle, Bonn

Ein abendliches Programm mit

  • Tanz, Musik und Gesang

beschließt die Veranstaltung. Fotoausstellungen und Informationsstände im Konferenzbereich und natürlich ein reichhaltiges Angebot der südasiatischen Küche ergänzen das Programm des 7. Südasien-Tages.

Manoj Baruah (Violin)

Manoj Baruah

Geschwister Nepali: Nepalesische Volkstänze

Manoj Baruah (Assam): Geige, Tabla-Begleitung: Ashok Mukherjee

Inamullah Khan: Volkstanz aus Gilgit, Pakistan

(Source: 10/2009 – Universität Hamburg – Asien-Afrika-Institut – (ENG))

PRAHALADA CHARITRAM – Koothu-p-pattarai

Indian tradicional play, performed by Koothu-p-pattarai. A Tamil theatre company based on Chennai, Tamil Nadu, directed by Mr. N. Muthuswamy.

N. Muthuswamy Born in 1936 in Punjai village, Tamil Nadu. Natesan Muthuswarny is a leading playwright, director and pioneer on experimental Tamil Iheatre. He started his literary career as a short-story writer. Later he took to playwriting and produced his first play Kaalam Kaalamaga in 1969. Since then he has contributed a number of plays including Unthichuzi, Kattiyakkaran,Nattunayappan ,England, Jhenaliraman and Padukalam. In 1977 he found his own theatre group Koothu-P-Pattarai .

Closely interacting with traditional theatre forms including Theru-K-Koothu, Koothu-P-Pattarai has successfully produced over fifty stage plays. It has also produced street plays. N.Muthuswamy has published a number of short stories and essays on theatre,besides plays. He has presented his plays in major cities of India and also outside the country. He was honoured with the Sangeet Natak Akademi Award in 1999-2000.

(Source: 04/12/2006 – Lecture 1. Tamil Folk Theatre – By N.Muthuswamy @ wiki.indianfolklore.org)

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Interview on 31st Oct 2009 (05:15 pm) / Metropolis Cinema Hamburg

Posted by ElJay Arem (IMC OnAir) on November 2, 2009

(German translation here)

IMC: I may welcome in Hamburg for the India Week 2009: Rinki Roy Bhattacharya for a very interesting film week which is part of the event structure during the India Week especially with a package of jeweleries from films of her father  Bimal Roy (07/12/1909-01/07/1966) one of the most reputated Indian film makers who started his own career already midst of the 30s.

Audio Docu (ENG – 16 min 21 sec)

Listen now:

And under this aspect of this review I am especially interested about the aspect of the music in Indian films, especially about Indian Classical music. Therefore first I may thank you for your time coming here for the talk for our interview her in the Metropol Cinema (Metropolis Kino). And maybe first you can give us a little bit a review about the film week you have been here for now one week. I think it’s today the 9th, the nearby last day of the 10 days event of the Hamburg India Week 2009

Rinki Roy Bhattacharya - Writer & Film maker

RRB: Its been wonderful coming to Hamburg especially for the India Week, especially to present my fathers work to the German audience who are discovering a man who made films more than 50 years back. Its always a privileges to introduce my father’s films to different culture and he seems to be crossing over very successfully and people are enjoying his films and they are  very moved by some of his films quiet strongly.

(01:37.356)

IMC: Under this aspect of the review which we can date as a key milestone maybe to that time of 1935 which was that year your father Bimal Roy was assistant for the movie Devdas (1955)… I think first like to describe that situation early these times if we proceed the further work of your father he worked together with one – even one of the biggest composers in film music SD Burman (10/01/1906 – 10/31/1975). What was that time correlating shortly before the Indian democracy and independency ?

Bimal Roy (1909-1966)

Bimal Roy (1909-1966)

RRB: I think in the early films of my father which was then a tradition even Indian cinema a lot Tagore music – Rabindra Sangeet – was preferred. Because they were renowned composers like Rai Chand Boral.

R.C. Boral (1903-11/25/1981) who was the recipient of the 1st life time award called “Dadasaheb Halgedamos“ (Dadasaheb Phalke Award in 1978) – the highest award in India. And also Pankaj Mullick (composer / music director: 05/10/1905-01/19/1978) simultaneously with them. SD Burman was a very, very popular playback singer of those days, he migrated to Bombay in the late 40s… and we migrated to Bombay in early 1951. So it was inevitable that somebody who had same background as my father from New Theatre Studio (New Theatres Pvt. Ltd.) would be a chosen composer for my father’s films. But he came in later, before he came Salil Chowdhury (1922-1995) actually joined my father, his 1st production called “Do Bigha Zamin” (1953, Two acres of Land).

(03:11.567)

IMC: Our listeners maybe we should explain that this kind of traditional orientation – based on Indian Classical music – SD Burman on his own was educated in Indian Classics. He had teachers like Krishna Chandra De (1893-1962), one of the great composers that time and same he was educated by the Sarangi player Kahifa Badal Khan. So these kind of composings of that time had some concrete reasons to be educated on a very high level in Indian Classical music, right?

RRB: Yes, that’s very true. – They were highly trained in classical music, they knew all the folk music of India and this helped them in composing something which later became their signatures in music which was both classical, folk, traditional. All these elements came to very well successfully composed as these works later, SD Burman’s own compositions. So he combined this very, very successfully.

(04:13.185)

IMC: … and beside this part of the compositonal aspect, this composer SD Burman and even other big composers used high trained, high qualified singers, so called film background singers that time like Asha Bhosle (born 1933).

RRB: Yes, Asha Bhosle and of course also Lata Mangeshkar (born 1929). Then Manna Dey (born 1st May 1919) who came from the renowned family of K.C. Dey (1893-1962) who was one of the greatest composers in Bengal, his nephew. It was great to see so many talents in Bombay, from Bengal and Maharastra coming to the film music which was extremely, extremely wonderful for listeners. Because I would say they became classics on their own right. Film music of that period of the 50s. I would consider them to be classics, film classics, classical film music. Because the kind of composers you see then were all extremly talented with background of classical, huge body of classical training like Naushad (Naushad Ali: 12/15/1919 – 05/05/2006) and other composers. It was amazing to see that kind of music in films which doesn’t happen anymore (unfortunately).

(05:29.348)

IMC: … and as I have seen during this film week that by this time area you already talked about the Golden Era, the heritage of Indian film. Is this right ?

RRB: Of course, that is easily considered the best period in film, in music, in acting, even in film techniques. That was a very, very important era in Indian film, that’s the 1950s. It’s easily considered as that, yes.

(05:55.248)

IMC: Beside this traditional orientation even S.D. Burman used for example the poetric form of the Ghazals which is an ancient structure going back to the Arabian era of the 6th century. It’s not just a period which finished on its own because under the aspect of the music part we had still a progress with following composers, even your father cooperated later.

RRB: The other composers who came into his cinema I would say Shalil Chowhdry was a very important figure of that period. He came from a musical family he was encouraged to. He was greatly inspired by folk music of Nepal. Because he grew up in the forest areas and he could hear the flute of the folk Nepalis flute which influenced him and he has acknowledged that he was deeply inspired by these sounds, of the forest sounds and the purity of the Nepalis flute which was not a Metal flute, which was a Bamboo flute. And these were some of his most favorite inspirations in composing later. Also he was a radical poet, a progressive man who wrote critics of political and social critics of our culture. He was very deeply involved with the passions he would go, and stay with them, learn their music. So all that came into his very, very rich heritage that he invibed… and later of course he learnt Western Classicals like Bach and Mozart. And he brought in those elements into his music. And also in the background music not just the songs. Even in the background music you see that and then when he went to Moscow he heard a lot of the Romanian folk songs and Russian Folk songs, Russian Marching songs which has also been later integrated into his music. So that gives it a totally new dimension to Hindi film music on the period.

(07:43.760)

IMC: Salil Chowdhuri used on his own traditional aspects same in the compositorial part same under the aspect of the use of traditional instruments like you said the bamboo. Even he used very traditional instruments as the Esraj which was that time more an accompanying instrument. And under this aspect as you described that he tried under the knowledge of his education in Western music this dialogue between East and West.

RRB: Interestingly Salil Chowdhury also made prominence to instruments like Sarangi which were earlier not considered. Sarangi was used only for Ghota songs (marriage), songs in the brothels where the women sang and entertained men. And he brought in that in a lullaby. Its beautiful. Its opening notes of Sarangi, which you hear of one of the greatest Sarangi players Ustad Ram Narayan (born 1927) who plays in this and if you also remember people like Hari Prasad Chaurasia (born 1938), Shivkumar (born 1938), the Santoor player they were all playing in film music. These whole classical performers… Zakir Hussain (born 1951), Zakir Hussain’s father (Ustad Alla Rakha – 1919-2000), they were all part of the film tradition at that time, at the 50s. And also with this other instrument which is called Tarsehnai, which is a string instrument which is from Bengal. Sometimes Veena was used, but not so much. But I would say there were lot of violins in the orchestra, huge number of violin players. And all kinds of music went into this rich body of work in the Hindi film music at that time.

(09:12.905)

IMC: If you talk about this orchestral aspect we look today at Bollywood movies which hyped through the last five years through Europe that’s my experience 2004 they came to Germany on big private TV channels as big block busters and if even you look at the modern productions that mostly you don’t hear a kind of orchestra anymore. It seems its more a very progressive, modern music which is used. Do you see still a chance for the kind of orchestral compositions, maybe beside these very typical commercial oriented Bollywood movies ?

RRB: Well, this is been commented on about the whole sound that you hear now. There is no melody in these sounds. Even a composer like A.R. Rahman (born 1966) who is one of the top composers that one who gave music in Slumdog Millionaire he also laments the fact that you don’t hear the pure sounds of music which he would like to hear sometimes. Maybe he is one composer whom we can look up to because he is aware of that tradition and he really enjoys that kind of music. So there are younger composers like him who are aware of this fact.
But the whole thing is right now the recording is so different. Do the track first and then you call in the playback artist. It’s not like it used to be in the older, in the 50s at least where the orchestra and the playback artist were in the same recording theatre doing their recording together. Its not so longer the case. Now it’s very different form of recording I believe.
I have not attended any of the recent recordings but this is what I have heard from Asha Bhosle that she would go and record her track, Boy George (born 1964) would record his track and the whole orchestra does some other days. So then they are mixed.

That kind of personal input, all what you see in like a yesterdays concert. People, the musicians sitting aside of the singer. It’s a different kind of sound you hear all together. And there is much more emotional input in that, some different kind of performance. So I don’t think, that’s there anymore and I doubt it will come back into the film music at least.

(11:23.140)

IMC: Under this technical process in the globalized world and under production conditions where you can deliver and transfer files from continent via internet and under the aspect of the commercialization that productions want to be cost-efficient it will be very difficult to go back.

So maybe there is an other option which gives us the hope that the Golden Era of high qualitatively Indian film has a chance. What do you see about genres which are beside the Bollywood hype ? – I think there are still genres as we know it now during the last years like documentaries which have a really good chance to establish even in cinemas again… that such a trend maybe even exist in India or will come soon in India ?

RRB: I am afraid in India the whole marketing system of film is entirely different and its based on the feature film industry, not on the documentary. We do have documentary organisations who support documentary directors. I belong to some of them like the Indian Documentary Producers Association (IDPA). And there is a films division of India which has the largest collection of documentaries ever made in India and its from the time before independence. But there is no hope of seeing them in the theatres. There is no theatrical release of these wonderful documentaries that we have. They could have a run, maybe a short run. But they are not allowed to. The marketing system in India or the distribution system doesn’t consider documentary important or serious enough to be marketed… that things. Which is a pity I think.

(12:53.000)

IMC: Might be then less to expect these films which you present now during the India Week 2009 as I know that the people are behind very engaged and try to bring these wonderful movies out of the archives in India. Is there a chance to see these movies in the future maybe even as a DVD production or as a kind of release or re-launch?

RRB: Oh yes, of course. I would hope so. I would certainly hope so because I think these black & white classics that you are watching in Metropolis could have a big chance to survive on the DVD market, definitely. Also in very specialised television channels in Europe. They definitely have an audience. Why ? – I mean they have an audience like my father’s film which is running today “Mathumati” (1958) was recently shown on Channel 4 in U.K. They remain quiet popular in U.K. maybe because there is a diasporic audience. But I think one has to take them beyond diasporic audience and present them to European audiences. I hope that happens and lets all work towards that end we can see them revived.

Bimal Roy Memorial Club

Bimal Roy Memorial Club

(13.58.944)

IMC: I wish you good look. Same I know that you are very active within the Bimal Roy Foundation, I hope you can make these targets to realisation very soon. I would enjoy it from my side. Thank you for coming,  give me the time for this talk. It was very interesting. And we will take from our side the chance to play the music on our channel. Thank you for coming.

RRB: Thank you so much for inviting me. It was a pleasure. Thank you.

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(End: 14:23.400)

Mere Sajan Hai Us Paar – BANDINI (1963) sung by SD Burman

NAUKRI (1954) composed by Salil Chawdhury and sung by Kishore Kumar

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Interview am 31. Oktober 2009 (17:15) / Metropolis Kino Hamburg

Posted by ElJay Arem (IMC OnAir) on November 2, 2009

(original English version (incl. audio docu) here)

IMC: Ich heisse Rinki Roy Bhattacharya in Hamburg willkommen zur India Week 2009, und für eine sehr interessante Filmwoche, die Bestandteil dieses Events ist. Das Metropolis Kino präsentiert mit einer indischen Filmwoche eine Anzahl sehr seltener Filmwerke von Bimal Roy, dem Vater von Rinki Roy Bhattacharya.

Bimal Roy gehört zu den herausragenden Filmemachern Indiens. Er wurde 1909 geboren und lebte bis 1966. Seine Karriere begann in den 30er Jahren.

Vor dem Hintergrund dieser einmaligen Rückschau im Metropolis Kino bin ich besonders an der Bedeutung der indisch klassischen Musik für den indischen Film interessiert.

Das Interview führte ich mit Rinki Roy Bhattacharya am 31. Oktober 2009, dem 9. Tag der India Week Hamburg. Zunächst bat ich sie um ein kurzes Resume ihres Besuches.

Original in Englisch: 

Rinki Roy Bhattacharya - Writer & Film maker

Rinki Roy Bhattacharya – Writer & Film maker

RRB: Es ist wundervoll, hierher nach Hamburg zu kommen, besonders für die India Week mit der Möglichkeit, die Arbeiten meines Vaters dem deutschen Publikum vorzustellen… und den Zuschauern die Gelegenheit zu geben, einen Mann kennenzulernen, der vor mehr als 50 Jahren Filme produzierte.

Es war mir immer ein Privileg, die Filme meines Vaters verschiedenen Kulturen vorzustellen. Und wie es scheint, ist meinem Vater der Kulturaustausch sehr gelungen. Die Zuschauer erfreuen sich seiner Filme und von einigen seiner Werke sind sie sehr berührt.

(01:37.356)

IMC: Mit dieser Rückblende schauen wir auf eine Zeit um 1935 zurück, ein entscheidendes Jahr für Bimila Roy. Er war damals Assistant für den Film Devdas (1955). Wie kann man sich diese Zeit und die Situation von Bimila Roy vorstellen, insbesondere für die weiteren Filmarbeiten von Rinki Roy Bhattacharya’s Vater, der mit einigen der grössten Filmkomponisten zusammenarbeitete, wie z.B. SD Burman ((10/01/1906 – 10/31/1975). In welchem Verhältnis standen die Musik und der indische Film zu jener Zeit kurz vor der Demokratisierung und Unabhängigkeit Indiens ?

Bimal Roy (1909-1966)

Bimal Roy (1909-1966)

RRB: Ich denke, dass die frühen Filme meines Vaters einer Tradition folgten; es war Gang und Gebe, dass das indische Kino eine Vielzahl von Tagore-Liedern – Rabindra Sangeet – verwendete und bevorzugte. Es gab dafür anerkannte Komponisten wie Rai Chand Boral.

R.C. Boral (1903-11/25/1981) erhielt für sein Lebenswerk die höchste Auszeichnung Indiens für Filmschaffende, den Dadasaheb Phalke Award im Jahre 1978). Zeitgleich gab es den Komponisten und Musikdirektor Pankaj Mullick. Auch SD Burman war ein sehr populärer Playback-Sänger jener Tage. Er siedelte nach Bombay (heute: Mumbai) in den späten 40er Jahren über und meine Familie Anfang des Jahres 1951. Es war unausweichlich, dass jemand mit einem vergleichbaren Hintergrund wie der meines Vater, der für das New Theatre Studio (New Theatres Pvt. Ltd.) arbeitete, als Komponist ausgewählt werden würde. Bevor SD Burman hinzustieß, war es Salil Chowdhury (1922-1995), mit dem mein Vater zusammenarbeitete für seine erste Produktion “Do Bigha Zamin” zusammenarbeitete. (redaktionelle Anm.: Do Bigha Zamin = Two acres of Land wurde im Jahre 1953 produziert.)

(03:11.567)

IMC: Für unsere Hörer sollten wir diese ausgeprägte Orientierung auf eine traditionelle Musikform, auf der Basis der indisch klassischen Musik SD Burman selbst war in der indischen Klassik ausgebildet. Er hatte Lehrer wie Krishna Chandra De, der von 1893 bis 1962 lebte. Krishna Chandra De war einer der grossen Komponisten zu jener Zeit; zudem wurde Burman von dem Sarangispieler Kahifa Badal Khan unterrichtet. So waren die Kompositionen jener Zeit durch diese hochwertige Ausbildung in der indisch-klassischen Musik begründet, richtig ?

RRB: Ja, das ist sehr richtig. Die Komponisten waren äusserst gut ausgebildet in der klassischen Musik. Sie hatten auch die Volksmusik Indiens studiert und es half ihnen für ihre Neukompositionen eine eigene Handschrift zu entwickeln. Eine Musik, die auf der traditionellen, klassischen und Volksmusik basierte.

All diese Elemente wurden sehr erfolgreich in die späteren Arbeiten von SD Burman, in seine Kompositionen eingeflochten. Er hatte diese Elemente sehr erfolgreich kombiniert.

(04:13.185)

IMC: ausser dem kompositorischen Aspekt verwendeten Komponisten wie SD Burman und einige andere grosse Komponisten seiner Zeit sehr gut ausgebildete Sänger, s.g. Playbacksänger, wie z.B. Asha Bhosle (geb. 1933).

RRB: Ja, Asha Bhosle und natürlich Lata Mangeshkar (geb. 1929). Dann Manna Dey (geb. 01.05.1919), der aus einer sehr angesehenen Musikerfamile von K.C. Dey (1893-1962) stammt, einer der grössten Komponisten aus Bengal. Manna Dey war sein Neffe. Es war grossartig, all diese vielen Talente zu sehen, die für die Filmmusik aus Bengal und Maharastra nach Bombay kamen. Eine Musik, die der Zuschauer als äusserst wunderbar erlebte. Ich würde sagen, dass sie eigenständige Klassiker wurden. Die Filmmusik dieser Zeit der 50er Jahre würde ich als Klassiker, als Filmklassiker, ja als klassische Filmmusik bezeichnen. Diese Art der Komponisten die man aus dieser Zeit kennt, waren äusserst talentiert, mit dem Hintergrund einer klassischen Ausbildung wie z.B. Naushad (Naushad Ali: 12/15/1919 – 05/05/2006) und andere Komponisten. Es war erstaunlich diese Art der Filmmusik zu erleben, die es bedauerlicherweise heutzutage nicht mehr gibt.

(05:29.348)

IMC: … wie ich während dieser Filmwoche erleben durfte, kann man von dieser Zeit als die Goldene Ära des indischen Films sprechen. Es ist das große Erbe des Indischen Films. Kann man das so sagen?

RRB: Natürlich, es ist ganz einfach die beste Zeit des indischen Films, für die Filmmusik, im Schauspiel gewesen – und sogar für die Filmtechnik. Es war eine sehr, sehr bedeutende Periode im indischen Film. Es waren die 50er des 20. Jahrhunderts. Ja, man kann sie als die Goldene Ära verstehen.

(05:55.248)

IMC: Neben dieser Orientierung auf eine traditionelle Musik verwendete S.D: Burman auch die Gedichtform der Ghazals, eine antike Poesieform, die auf einen arabischen Ursprung im 6. Jahrhundert zurückgeht. Es war Zeit in der indischen Filmgeschichte, die man als für sich abgeschlossen betrachten kann. Die Musik entwickelte sich weiter mit nachfolgenden Komponisten, mit denen Rinki Roy Bhattacharya’s Vater – Bimal Roy – auch später zusammenarbeitete.

RRB: Es gab auch andere Komponisten, die in sein Kino kamen. Ich würde sagen, Shalil Chowdhury war eine sehr bedeutende Figur zu jener Zeit. Er stammt aus einer Musikerfamilie, die ihn zum Komponieren ermutigte. Er war in grossem Maße von der Folkmusik Nepals inspiriert. Denn er wuchs in bewaldeten Regionen auf und hörte die Flöte der Volksmusiker Nepals, deren Klang ihn sehr beeinflusste. Er hat es selbst bestätigt, dass der Klang der Wälder und die Reinheit der Nepalflöte, die nicht aus Metall, sondern aus Bambus gefertigt wird, ihn aufs Tiefste inspiriert haben. Für spätere Kompositionen haben sie ihn massgeblich beeinflusst. Er war auch ein sehr radikaler Poet, ein progressiver Mann, der Kritiken schrieb zu politischen und sozialen Aspekte unserer Kultur. Er hat sich aus seiner Leidenschaft sehr intensiv mit allem beschäftigt, er besuchte die Volksgruppen, lebte mit ihnen und erlernte ihre Musik. All dies hat er sehr verinnerlicht. Natürlich studierte er später auch die westliche Klassik wie Bach und Mozart. Er brachte all diese Elemente in seine eigene Musik ein, sowohl für die Musik selbst wie auch den Playback-Gesang. Mann kann darin auch die Einflüsse seiner Reisen nach Moskau wiederhören; Shalil Chowdhury hörte eine Vielzahl der rumänischen und russischen Volkslieder. Auch russische Märsche hat er später für seine Musik aufgegriffen. Der Musik für die Hindi-Filme hatte er zu seiner Zeit eine völlig neue Dimension hinzugefügt.

(07:43.760)

IMC: Salil Chowdhuri verwendete also für seine Kompositionen unterschiedlichste traditionelle Elemente. Gleichsam kamen bei ihm traditionelle Instrumente wie die Esraj zum Einsatz, zu jener Zeit nur als Begleitinstrument bekannt. So hat er gleichsam mit seinem Wissen aus der westlichen Musik in seinen Kompositionen einen Dialog zwischen Ost und West gewagt.

RRB: Interessanterweise hat Salil Chowdhury Instrumente wie die Sarangi bekannt gemacht. Man hat solchen Instrumenten früher weniger Beachtung geschenkt. Die Sarangi wurde nur für Ghota-Lieder (Heirat) verwendet, Lieder die in den Bordellen von den Frauen gesungen wurden, um die Männer zu unterhalten. Er hat dieses Instrument auch für die Kompositionen von Wiegenlieder verwendet. Sehr schön… die ersten Noten beginnen mit einer Sarangi, von keinem Geringeren gespielt als dem grossartigen Sarangimeister Ustad Ram Narayan (geb. 1927).

Wenn wir uns erinnern, auch Musiker wie Hari Prasad Chaurasia (geb. 1938), Shivkumar (geb. 1938), der Santoor-Spieler, sie alle spielten die Filmmusik. All diese Musiker der indischen Klassik. Zakir Hussain (geb. 1951), Zakir Hussain’s Vater (Ustad Alla Rakha – 1919-2000), sie waren alle Betandteil der Filmtradition zu jener Zeit, in den 50er Jahren.

Das ist auch mit einem weiteren Instrument passiert, das wir Tarsanait nennen. Es ist ein Saiteninstrument aus Bengal. Manchmal wurde auch die Veena verwendet, aber nicht sehr häufig. Aber eine Vielzahl von Violinen kamen zum Einsatz. All diese Vielfalt von Musik floss in die Arbeit für den indischen Film zu jener Zeit ein.

(09:12.905)

IMC: Wenn wir uns den Aspekt der orchestralen Musik näher anschauen, über den Rinki Roy Bhattacharya sprach, und wir dazu die Bollywood-Filme von heute vergleichen, die seit etwa fünf Jahren in einem Hype nach Europa schwappen, und die in Deutschland im Jahre 2004 als Blockbuster von den grossen, privaten Fernsehsendern erstmalig gezeigt wurden… wenn man sich diese modernen Produktionen anschaut, dann hört man kaum noch orchestrierte Musik. Es scheint mehr der Trend zu sein, dass man progressive, sehr moderne Musik verwendet. Gibt es noch eine Chance für die traditionelle Form der Orchestermusik, vielleicht abseits der auf Kommerz ausgerichteten Bollywood-Filme ?

RRB: Nun, diese Bewertung betrifft den gesamten Klang, den man heute hören kann. Es gibt keine Melodie in diesem modernen Klang. Sogar Komponisten wie A.R. Rahman (geb. 1966), einer der herausragendsten Komponisten, der auch die Musik für Slumdog Millionaire komponierte, lamentiert über die Tatsache, dass man keine echt klingende Musik mehr hören kann, die er sich wünscht. Vielleicht gehört er zu der Generation von Komponisten, auf die wir aufschauen können. Denn er ist sich der Tradition bewusst und er hat selbst Gefallen an der traditionellen Musik. Es gibt also eine Anzahl von jüngeren Komponisten, die sich dieser Tatsache bewusst sind.

Aber das ganze Problem liegt in den Aufnahmen. Heute nimmt man erst die Musik auf und holt dann den Playbacksinger hinzu. Es ist nicht mehr wie in den früheren Zeiten, in den 50ern war das Orchester und der Playback-Sänger für die Aufnahme zusammen waren. Das ist nicht mehr der Fall. Soweit ich informiert bin, haben wir heute völlig unterschiedliche Aufnahmeverfahren. Ich habe noch nicht an einer solchen teilgenommen, aber was ich von Asha Bhosle gehört habe ist, dass sie ihren Track alleine aufnimmt, Boy George seinen und das ganze Orchester an einem anderen Tag. Und schliesslich wird alles zusammen abgemischt.

Der persönliche Anteil fehlt, so wie wir es gestern beim Konzert erleben konnten. Die Zuschauer, die Musiker, die an der Seite des Sängers sitzen. Es entwickelt sich eine andere Art von Sound, wenn ihn alle gemeinsam erleben. Es gibt in viel grösserem Maße einen emotionalen Input, es ist eine gänzlich andere Art der Darbietung. So denke ich nicht, dass dies wieder möglich sein wird und die alten Zeiten wiederkommen werden, wenigstens nicht für die Filmmusik.

(11:23.140)

IMC: Unter dem Einfluss dieses technischen Arbeitsprozesses in einer globalisierten Welt und mit den heutigen Produktionsbedingungen, mit denen man Daten von einem Kontinent zum anderen über das Internet verschicken kann und nach Maßgabe der Kommerzialisierung, für die Produktionen möglichst kostengünstig zu sein haben, ist es wohl sehr schwierig, wieder zu den alten Verfahren zurückzukehren.

Gibt es vielleicht dennoch eine Option, die uns hoffen lässt, dass das Goldene Zeitalter mit qualitativ hochwertigen Filmen wieder eine Chance bekommt ? – Wie sieht es mit Genres abseits des Bollywood-Hypes aus ? – Ich denke hier z.B. an Dokumentarfilme, die eine echte Chance haben, sich sogar im Kino zu etablieren. Existieren solche Trends in Indien oder werden sie bald in Indien möglich sein ?

RRB: Ich fürchte, dass in Indien das gesamte Marketing-System für Filme völlig anders ist. Alles basiert auf Features, nicht auf den Markt der Dokumentarfilme.

Wir haben in Indien Organisationen, die Produzenten für Dokumentarfilme unterstützen. Ich selbst gehöre der IDPA – der Indian Documentary Producers Association an. Es gibt auch ein grosses Filmarchiv in Indien, das die grösste Sammlung von Dokumentarfilmen, die je in Indien gedreht wurden, beherbergt. Sogar aus der Zeit vor der Unabhängigkeit Indiens. Aber es gibt keine Hoffnung dafür, solche Filme in den Kinotheatern zu sehen. Es gibt keine Filmpremieren. Sie mögen eine gewisse Laufzeit haben, aber nur kurz. Aber man lässt es nicht zu. Die Vermarktung in Indien, insbesondere der Filmvertrieb schenken dem Dokumentarfilm keine Beachtung. Man sieht dieses Genre weder als seriös noch als bedeutend an. Das ist sehr schade.

(12.53.000)

IMC: Können wir denn wenigstens erwarten, dass die Filme, die Sie uns während der India Week 2009 präsentieren – mit all dem Engagement vieler Beteiligten – dass diese wunderbaren Filme aus den Filmarchiven in Indien hervorgezaubert werden, und sie vielleicht eine Chance bekommen als DVD-Produktion wiederveröffentlicht zu werden ?

RRB: Oh, Ja. Naturlich… Ich würde doch hoffen. Ich vertraue darauf, denn ich glaube, dass diese Schwarz-Weiss-Klassiker, die wir im Metropolis-Kino anschauen können, eine grosse Chance haben, auf dem DVD-Markt zu überleben. Und auch auf den Sendeplätzen spezialisierter Fernsehkanäle in Europa. Definitiv haben sie ein Publikum. Warum ich das glaube ? – Ich meine: sie haben ein Publikum wie der Film meines Vaters, der heute abend gezeigt wird: „Mathumati“ (1958) wurde in England auf Channel 4 gezeigt. Die Filme sind dort ziemlich beliebt. Vielleicht, weil dort ein Publikum aus der indischen Diaspora vorhanden ist. Aber ich denke, dass es auch ein europäisches Publikum gibt. Ich hoffe, dass es geschieht und wir auf dieses Ziel hinarbeiten, dass wir diese Filme wieder zum Leben erwecken können.

Bimal Roy Memorial Club

(13.58.944)

IMC: Dafür wünsche ich viel Glück. Auch für Sie selbst, weiss ich um Ihr grosses Engagement für die Bimal Roy Stiftung. Ich hoffe, dass Sie dieses Ziele realisieren bald realisieren können. Es würde mich sehr freuen. Vielen Dank für’s Kommen und für die Gelegenheit zu diesem Gespräch, es war sehr interessant. Und wir werden unsererseits die Gelegenheit wahrnehmen, die Filmmusik in unserem Programm zu spielen. Vielen Dank.

RRB: Danke vielmals für die Einladung. Es war mir ein Vergnügen. Danke sehr.

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(End: 14:23.400)

Mere Sajan Hai Us Paar – BANDINI (1963) sung by SD Burman

NAUKRI (1954) composed by Salil Chawdhury and sung by Kishore Kumar

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Hamburg: INDIA WEEK 2009 – Kultur / Culture (1st Nov 2009)

Posted by ElJay Arem (IMC OnAir) on November 1, 2009

India Week Hamburg 2009 - Logo-with-date

INDIA WEEK Hamburg 2009Kultur / Culture

Odissi meets Cello (& Sitar)

odissi-meets-cello-2009

Odissi meets Cello

A new combination of the South-Indian Odissi Dance (Gudrun Märtins – Dance/Choreography) with music from the classical traditions of India (Ashraf Sharif Khan – Sitar) and Europe (Birte Schultz – Cello), accompanied by Tabla (Manuel Hansen). Compositions are written by Sebastian Sprenger.

Der südindische Odissi-Tanz trifft auf Musik aus den klassischen Traditionen Indiens (Sitar) und Europas (Violoncello) – mit Gudrun Märtins (Tanz/Choreographie) und Schülerinnen, Ashraf Sharif Khan (Sitar), Birte Schultz (Violoncello), Manuel Hansen (Tabla/Percussion) und Sebastian Sprenger (Komposition).

Venue: Kirche St. Nicolaus, Sengelmannstraße/Ecke Dorothea-Kasten-Straße, 22297 Hamburg
Date: 1st Nov 2009 – 07:00 pm
Tickets: 8 € (reduced: 5 €), pre-sales begins Oct. on @ http://www.eigenarten-festival.de or Tel.: +49-(0)40 / 4328 0767
Organizer: eigenarten – interkulturelles Festival in Hamburg – www.festival-eigenarten.de

Event programme: 23rd Oct – 1st Nov 2009

Flyer – India Week 2009 (PDF – 1.4 MB)

Indien aktuell Business Newsletter, special edition (PDF – 1.7 MB)


Contact:

– Johannes Freudewald – Büro für Medienarbeit (Office for Media Work) – johannes@freudewald.de
– Pressestelle des Senats (Press – Hamburg Senate) – Simone Ollesch – simone.ollesch@sk.hamburg.de

(Source: 09/2009 – www.india-week-hamburg.org )

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