IMC – India meets Classic presents …

… radio shows for Indian (Music) Culture

eigenarten 2009 – interkulturelles Festival in Hamburg

Posted by ElJay Arem (IMC OnAir) on November 2, 2009

Beim EIGENRTEN FESTIVAL werden indische Musik, Folklore und Tanz präsentiert; in den Jahren 2008 waren es MITO und 2006 new music for 2 guitars. In 2009 ist die indische Kultur mit dem World Drum Trio (7.11.) und “Odissi & Cello” (1.11.) vertreten.

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v.l.n.r.: World Drum Trio  (2009), Odiss & Cello (2009), Mito (2008), new music for 2 guitars (2006)

Dazu war IMC – India meets Classic (Lothar J.R. Maier) am 01.11.2009 mit Judy Engelhard* im Gespräch  – im Rahmen der India Week Hamburg 2009.

eigenarten Festival…

Viele HamburgerInnen haben weit verzweigte Wurzeln. eigenarten (www.festival-eigenarten.de) präsentiert jedes Jahr im Herbst aktuelle Projekte von Hamburger KünstlerInnen aus aller Welt. Ausgehend von der eigenen Herkunft wachsen neue kulturelle Bezüge.

Den vorgestellten Produktionen liegen tiefgehende Erfahrungen von Menschen zugrunde, die in mehreren Kulturen zuhause sind. Sie bewegen sich bewusst oder unvorhergesehen durch verschiedene Weltanschauungen und Gesellschaften, sind weit gereist oder erleben täglich vor der eigenen Haustür das Aufeinandertreffen vielstimmiger Lebens- und Denkarten.

Das Programm umfasst hierbei interkulturelle Produktionen aller Sparten. Das daraus entstandene Netzwerk der TeilnehmerInnen und der kooperierenden Institutionen und Förderer ist seit dem Start von eigenarten im Jahr 2000 ständig größer und intensiver geworden.

judy_engelhard *) Dipl.-Pädagogin Judy Engelhard studierte in Würzburg und Oldenburg mit dem Schwerpunkt Interkulturelle Pädagogik. In Hamburg Ausbildung zur Sozialmanagerin. Organisation und Durchführung zahlreicher Veranstaltungen in den Bereichen Musik, Theater, bildende Kunst und Stadtteilkultur. Mitarbeit bei verschiedenen Kulturprojekten in Ländern Lateinamerikas und in Indien. Redaktionsmitglied der „IKA – Zeitschrift für internationalen Kulturaustausch.

Das Interview von Lothar J.R. Maier (IMC – India meets Classic) als Audio-Beitrag…

Das Interview im 1:1 re-print…

IMC: Ich bin im Gespräch mit Frau Engelhard von dem Kulturevent in Hamburg: Festival Eigenharten. Es ist ein Event, der in Hamburg seit 10 Jahren im Aufbau befindlich ist und jetzt dieses Jahr sein 10tes Jubiläum bestreitet. Frau Engelhard, können Sie uns ein bisschen etwas zu dem Charakter dieses Events Festival Eigenarten erzählen, und auch zu den letzten 10 Jahren…

JE: Ja, guten Tag. Eigenarten ist eben vor 10 Jahren entstanden. Es wurde auf Initiative von Künstlern, die interkulturell arbeiten, gegründet. Diese Künstler sind ins Referat der damaligen Kulturbehörde, jetzt heisst es ja Behörde für Kultur, Sport und Medien, gegangen; haben mit der damaligen Referenten für Interkultur, Inka Mantai gesprochen und sie doch gebeten, ein Festival zu organisieren, damit sie eine grössere Plattform haben, d.h. diese inter-kulturellen Künstler. Mantai hat damals die Künstler ernst genommen und sagte aber: „Gut, sie kann Geld dafür bereitstellen, aber sie kann es nicht selbst organisieren. Und da sie meinen Verein kennt, Peeng eV, fragte sie uns, ob wir das organisieren wollen. Und das tun wir seitdem.

IMC: … ja, und sehr erfolgreich, kann man sagen. Dieses Festival hat sich zu einer sehr wichtigen Grösse im Hamburger Herbst entwickelt. Ein Festival, das sich über alle Sparten der Kunst erstreckt, vom Film über Theater, Tanz bis hin zur Literatur und selbstverständlich zur Musik. Wie kommt es zu diesem Mix ? – Und wie wählt Peeng eV als Organisator auch dieses jährliche Programm aus.

JE: Also wir wählen das Programm nicht aus. Sondern es gibt eine Jury, seit dem zweiten Festivaljahr. Das erste Festival war noch klein, es erstreckte sich über 4 Tage nur an einem Ort, das Goldbek-Haus. Und heute sind wir mit 38 Veranstaltungen an 11 Tagen und an 22 Orten zu sehen.
Es gibt eine Jury, wie schon gesagt, seit dem 2. Festivaljahr. Sie trifft sich dann für einen langen Abend, und es geht bis in die Nacht hinein. Die sichten dann die zahlreichen Bewerbungen, die wir, das Organisationsteam vorher zusammengestellt haben. D.h. es bewerben sich Künstler mit ihren Projekten bis im Februar. Also es beginnt jetzt schon nach dem Festival, ist ja immer vor dem Festival. Es beginnt schon wieder die Ausschreibungszeit. Bis wahrscheinlich Ende Februar kann man sich wieder bewerben. Dann wird Ende März, Anfang April die Auswahl stattfinden. D.h. wir haben einen Monat zeit, mit den Künstlern in Kontakt zu treten, ihnen noch mal behilflich zu sein bei der Bewerbung, noch mal nachzufragen ob die Kriterien erfüllt sind.

Also die Kriterien für Eigenarten das ist ganz wichtig. Es gibt 3 Hauptkriterien. Das ist:

1. Es muss interkulturell sein das Projekt. Das bedeutet: immer zwei Menschen, die aus unterschiedlichen Kulturen stammen, müssen zusammenarbeiten. Egal in welchem Genre. Aber es müssen zwei Menschen aus verschiedenen Kulturen sein. Das heisst nicht zwei Afrikaner, zwei Lateinamerikaner oder zwei Deutsche arbeiten über eine andere Kultur. Sondern das Wichtigste überhaupt: zwei Menschen aus verschiedenen Kulturen.

2. Hamburg-Bezug muss da sein. D.h. diese Menschen, die Künstler sollten in Hamburg leben. Es hat einfach den Hintergrund, dass die Behörde für Kultur, Sport und Medien aus Hamburg es fördert und wir keine Fahrten bezahlen können.

Und das 3. ist: Es sollen professionelle Künstler sein.

IMC: So ist es ja auch heute Abend mit dem Konzert hier auf dem Gelände der Alsterstiftung, in der St. Nikolaus-Kirche. Wir hatten auf der Sitar Ashraf Sharif Khan, der auch in Deutschland lebt, oder auch in der Zwischenzeit in der Nähe in Hamburg zuhause ist… mit der Hamburger Tänzerin im indischen Tanz Odissi, Gudrun Märtins. Wie sehen Sie denn jetzt den speziellen Aspekt der indischen Kultur innerhalb Ihres Festivals, auch aus dem Rückblick eines Jahrzehnts ?

JE: Spontan fällt mir jetzt nur noch ein indisches Projekt ein, das wir hatten. Das war MITO. Mito ist eine Musikgruppe, die sich aus Indern und Deutschen zusammensetzt. Drei indische Musiker und drei deutsche Musiker haben Mito vor – glaube ich – fast 10 Jahren gegründet, und sind schon 2x bei EIGENARTEN aufgetreten. Die Künstler besuchen sich auch gegenseitig in Deutschland und in Indien. Das ist für mich so ein richtig gut gelebtes, interkulturelles deutsch-indisches Projekt.

IMC: Und was haben Sie für andere Formen von Projekten noch realisiert, sei es im Bereich der Jugend oder wenn es um wirklich inter-kulturelle Begegnung geht zwischen Projekten aus Indien und Deutschland?

JE: Also Peeng eV waren im Jahr 2000 an einem Projekt beteiligt. Es war ein Wandmalprojekt, zum Thema Agenda 21. Und da konnten wir eine Künstlerin aus Delhi nach Hamburg einladen, die hier mit Sönke Nissen(-Knaack), ein Hamburger Maler, ein Wandmaler ein Wandbild verwirklichen konnte. Es ist auch noch zu sehen, in Altona, da wo das frühere Bismarkbad stand… und Sönke Nissen(-Knaack) fuhr dann als deutscher Künstler nach Indien und hat mit Arpana Caur, so heisst die Künstlerin, in Delhi ein Wandbild gemalt.

Wandbild in Neu Dehli zusammen mit der indischen Künstlerin Arpana Caur.

Wandbild in Neu Dehli von Arpana Caur u. Sönke Nissen im Rahmen von "Mural Global" (internationales Wandbildprojekt zur Agenda 21 - 1999)


IMC:
… und diese Erfahrung, die Sie jetzt gemacht haben mit diesen Projekten, insbesondere mit Bezug auf die Publikumswirkung, was können Sie dazu sagen ? – Wenn wir ja von interkulturellem Dialog sprechen, dann denke ich ist auch immer wichtig dieser Aspekt sozusagen der Nachhaltigkeit oder einer gewissen Wirkung auch innerhalb der eigenen Gesellschaft, der eigenen Kultur ?

JE: Also ich kann jetzt einmal vom interkulturellen Festival Eigenarten sprechen… dass wir schon spüren, dass wir immer mehr Publikum bekommen. Dass das Festival auch immer mehr in der Presse angenommen wird, was uns gerade freut, auf dem Hintergrund, dass die Kulturberichterstattung eher zurückgeht. Also wir können eher vermerken: bei uns nimmt sie immer etwas zu. Sie nimmt stetig zu. So dass die Presse auch schon bei uns anruft wenn sie wissen: jetzt ist wieder Eigenarten Festival. Das ist für uns ein grosser Erfolg. Also man wartet direkt darauf im Oktober jetzt müsste Eigenarten wieder auf die Bühne kommen. Also wir finden: das Interesse der Bevölkerung steigt an inter-kulturellen Projekten. Vielleicht weil auch die Gesellschaft immer interkultureller wird. Oder weil wir, oder Hamburg ja jetzt auch schon seit ein paar Jahren auf dem Papier eine Einwanderungsstadt ist und dass die Stadt das auch mehr unterstützt, die Medien es mehr unterstützen und es ist sichtbar.

IMC: Da haben Sie in den nächsten Tagen auch noch mal ein indisches Thema innerhalb Ihres Programms mit einem Hamburger Tabla-Spieler, Swapan Bhattacharya. Wann wird dieses Konzert stattfinden und unter welchem Aspekt der interkulturellen Begegnung steht dieser Konzertabend ?

JE: Das ist World Drum Trio – Percussion in Concert, in der Werkstatt3 am Samstag, den 7. November um 20:30 Uhr. Da treffen sich drei Musiker. Nämlich an der Conga, Percussion: Yogi Jockusch, Tabla, Gatham, Dolak, Gesang: Swapan Bhattacharya und Djembe, Cajon: Oliver Sägebrecht. Es sind eben drei Männer aus verschiedenen Kulturen, die ihre Trommelerfahrungen zusammenbringen, im World Drum Trio, schon ein lange, sehr bekanntes Trio in Hamburg.

IMC: … ein Fusion-Projekt, was schon seit Jahren in Hamburg aktiv ist. Auch mit Swapan Bhattacharya, der seit über 10 Jahren, fast 15 Jahre schon in Hamburg unterrichtet, Tablaunterricht gibt. Und auch mit seiner Hamburger TablaGroup in verschiedenen Events präsent ist. Dürfte also sicherlich ein sehr spannender Abend für die Hamburger Besucher oder auch für Besucher aus dem grösseren Umkreise von Hamburgs sein. Ich bedanke mich für das Gespräch, wünsche auch für dieses Festival weiterhin einen tollen Verlauf. Dieser heutige Abend „Odissi und Cello“ ist sicherlich ein bemerkenswerter Event unter diesem Aspekt „Begegnung westlicher Kultur“. Wir haben hier Bach auch zu hören bekommen und eben auch der klassischen Form des indischen Tanzes Odissi. Vielen Dank für das Gespräch.

JE: Danke auch.

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